12.05.2017  Quo vadis Schönheider Eishockeysport?
Wie geht es nach Insolvenzantrag und sportlichem Abstieg beim EHV Schönheide 09 e.V. weiter? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Verantwortlichen des Vereins nicht erst seit dem offiziellen Ende der Saison 2016/2017. Zumindest steht fest, wo die Wölfe trotz des sportlichen Abstieges in der kommenden Saison spielen könnten. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat es auf seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung am Samstag, dem 08.04.17 in Frankfurt bestätigt: Kann der EHV Schönheide 09 e.V. alle notwendigen Vorgaben erfüllen, wären die Wölfe erster Nachrücker für die Saison 2017/2018 in der Oberliga Süd. Bis dato kann der Verein aber in Sachen Senioren-Spielbetrieb keine Entscheidungen treffen, da notwendiges Geld und Führungspersonal fehlen, wonach die Existenz des einzigen Eishockeyvereins im Erzgebirge aktuell immer noch gefährdet ist.

Für eine weitere Teilnahme an der Oberliga Süd, welche für die Vereinsverantwortlichen und Sponsoren alternativlos ist, müsste der EHV Schönheide 09 e.V. zudem folgende Vorgaben erfüllen. Das Insolvenzplanverfahren müsste bis zum Beginn des Lizenzierungsverfahrens abgeschlossen sein und die abzugebenden Lizenzierungsunterlagen der Prüfung durch den DEB Stand halten. Zuvor müssen aber auch Gespräche mit dem Sächsischen Eissport-Verband (SEV) geführt werden, welcher als verantwortlicher Landesverband letztendlich über die Teilnahme des EHV 09 an der Oberliga Süd entscheiden wird.

Ehe aber diese Schritte gegangen werden können, muss der Verein vor allem im wirtschaftlichen Bereich Hilfe, Mittel und Wege finden, um eine etwaige neue Oberligasaison finanziell abzudecken und sich zudem personell neu aufstellen und einen kompetenten Vorstand installieren, welcher auf der für Juni diesen Jahres anstehenden Mitgliederversammlung gewählt wird.

In den letzten Wochen haben wir uns natürlich sehr intensiv mit dem Thema Vereinsvorstand beschäftigt und Personen kontaktiert, welche aus unserer Sicht für einen Vorstandsposten geeignet wären und die Geschicke des Vereins zukünftig leiten könnten. Aus privaten, beruflichen und am Ende auch nachvollziehbaren Gründen ist es aber leider nicht gelungen, die erforderliche Personenanzahl für eine Tätigkeit im Vereinsvorstand zu gewinnen. Was den wirtschaftlichen Bereich angeht, haben wir einen sehr ausführlichen Etatplan für eine weitere Oberligasaison ausgearbeitet und natürlich auch sportlich konkrete Vorstellungen. Allerdings muss dies am Ende finanziell darstellbar sein, weshalb wir neue und bisherige Sponsoren kontaktiert haben und mögliche Geldgeber und Gönner auch weiter kontaktieren und suchen, da aktuell noch eine Etatlücke in sechsstelliger Höhe klafft, um realistisch an einer weiteren Saison an der Oberliga Süd teilzunehmen.", so EHV-Geschäftsstellenleiter Michael Rumrich zur aktuell immer noch unsicheren Zukunft des EHV Schönheide 09.

Vor allem die Suche nach mutigen, engagierten und zuverlässigen Personen, welche sich das Amt eines Vorstandes zutrauen, eishockeybegeistert und bereit sind, die Tradition des Eishockeysports in Schönheide fortzuführen, gestaltet sich wieder einmal sehr schwierig. Denn gelingt es dem Verein nicht, einen neuen Vorstand aufzustellen, bräuchte man sich über den Senioren-Spielbetrieb, egal in welcher Liga, keine Gedanken mehr machen, da der Verein dann nicht geschäftsfähig wäre und somit vor der Auflösung stünde. Verhindern könnten dies idealerweise Personen aus der unmittelbaren Region, sprich aktuelle und ehemalige Vereinsmitglieder, ortsansässige Gewerbe- und Geschäftstreibende und Wohlgesonnene des Schönheider Eishockeys. Egal ob personell oder finanziell, ohne die maximale Unterstützung der Gemeinde Schönheide, dem örtlichen Handwerk, der örtlichen Industrie und nicht zuletzt die der Schönheider Einwohner wird es nicht gelingen, den traditionsreichen Eishockeysport in Schönheide auf einem darstellbaren sportlichen Niveau fortzusetzen.