19.01.2013  Wölfe drehen 0:3-Rückstand und gewinnen Derby

Fast zwei Drittel lang sah der EHV Schönheide 09 am Freitagabend vor 600 Zuschauern im heimischen Wolfsbau gegen den ERV Chemnitz 07 wie der sicherer Verlierer aus, doch mit einer Energieleistung drehten die Wölfe einen 0:3-Rückstand und gewannen das äußerst spannende und umkämpfte Derby gegen die Wild Boys noch mit 4:3 nach Verlängerung. Zum Matchwinner avancierte dabei Routinier Mike Losch, welcher knapp eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit erst den Ausgleichstreffer und in der Overtime auch das Siegtor für den EHV 09 erzielte.

 

Wie ernst man selbst beim Sächsischen Eissportverband das vierte Saisonderby zwischen Schönheide und Chemnitz nahm, zeigte allein die kurzfristige Änderung bei der Schiedsrichteransetzung. Gleich zwei Hauptschiedsrichter wurden berufen, wonach das Spiel im Vier-Mann-System geleitet wurde. Zusätzlich hatte man sogar noch einen Spielbeobachter in den Wolfsbau geschickt. Hinzu kamen zwei motivierte Mannschaften und eine, für Schönheider Freitagsverhältnisse, gute Zuschauerkulisse.

 

Den besseren Start ins Spiel erwischten die Gäste, welche sich nach zwei Derbyniederlagen in Folge viel vorgenommen hatten und unbedingt den Auswärtsfluch im Wolfsbau beenden wollten. Die Chemnitzer präsentierten sich sehr laufstark und aggressiv, hingegen hatten die Wölfe doch einige Probleme, ihren Spielfaden zu finden. Fast folgerichtig gingen die Wild Boys dann auch durch Florian Brenninger mit 1:0 (7.) in Führung. Zwar hatte der EHV 09 im Anschluss bei zwei Überzahlsituationen gute Chancen zum Ausgleich, doch ein gut aufgelegter Elmar Trautmann im Gästegehäuse ließ sich nicht überwinden. Auf der anderen Seite hatten die Wölfe kurz vor der ersten Pause noch einmal Glück, dass bei einem Schuss eines Chemnitzer Angreifers der Pfosten einen weiteren Gegentreffer verhinderte.

 

Viel besser lief es aus Wölfesicht auch im zweiten Drittel nicht. Die Wild Boys erspielten sich auch weiterhin ein leichtes Übergewicht und kamen des Öfteren gefährlich vor das Tor von Keeper Sebastian Modes. In der 29. Minute mit Folgen für die Hausherren, als Hannes Albrecht für die Gäste zum 2:0 traf. Mit zunehmender Spielzeit wurde die Partie dann aber zerfahren, da fast jeder Zweikampf eine Strafe vom kleinlich pfeifenden Schiedsrichtergespann nach sich zog. Den Vorteil eines zusätzlichen Spielers nutzten zunächst wieder nur die Wild Boys, welche in Überzahl durch Georg Albrecht gar auf 3:0 (35.) erhöhten. Dieser Gegentreffer schien die Wölfe nun endgültig wachgerüttelt zu haben. Nur drei Minuten später konnte dann auch der EHV-Anhang zum ersten Mal jubeln, als Petr Kukla im Powerplay das 1:3 gelang. Aufregung dann noch einmal gut eine Minute vor der zweiten Pause. Die Wölfe agierten in doppelter Überzahl, als der Puck nach einem Gewühl im und vor dem Gästegehäuse scheinbar die Linie überquert hatte. Zunächst entschied einer der beiden Hauptschiedsrichter auch auf Tor für den EHV 09, doch nach Protesten der Wild Boys und nach Rücksprache mit seinen Linienrichterkollegen, wurde der vermeintliche Treffer den Wölfen wieder aberkannt. Sekunden später erneut Pech für die Gastgeber, als die Querlatte des Chemnitzer Kastens den zweiten Wölfetreffer verhinderte.

 

Im Schlussabschnitt riss der EHV 09 dann gänzlich das Geschehen auf dem Eis an sich und kam in der 44. Minute zum längst fälligen 2:3 durch Kevin Geier. Die Wölfe bestimmten jetzt den Takt, währenddessen sich die Wild Boys mehr und mehr nur noch durch kleine Fouls zu währen wussten. Doch zunächst schien selbst in doppelter Überzahl das Chemnitzer Gehäuse wie vernagelt, denn trotz einer Torschussquote von mittlerweile 46:24 für den EHV 09, wollte und wollte der dritte Treffer einfach nicht fallen. So wurde das Nervenkostüm der Wölfefans bis 53 Sekunden vor Schluss strapaziert, ehe Mike Losch mit einem Schuss von der blauen Linie den hochverdienten 3:3-Ausgleich markierte.

 

Auch in der anschließenden Verlängerung war der EHV 09 drückend überlegen, geschuldet auch dem Umstand, dass sich die Wild Boys immer noch nicht an die kleinliche Regelauslegung gewöhnt hatten und die knapp fünf Zusatzminuten fast ausschließlich in Unterzahl agieren mussten. 40 Sekunden standen noch auf der Uhr, da nutzten die Wölfe die sich bietende Chance und holten sich mit dem 4:3 durch Mike Losch den dritten Derbysieg in dieser Saison.

 

 

Statistik:

 

Tore:

 

0:1 Brenninger (Komarek) 06:50

0:2 H. Albrecht (Schäfer) 28:40

0:3 G. Albrecht (Uhlig) 34:35 5-4

1:3 Kukla (Jenka) 37:48 5-4

2:3 Geier (Hähnlein, Michel) 43:23 5-4

3:3 Losch (Glück, Kukla) 59:07 5-3

4:3 Losch (Glück) 64:20 5-3 GWS

 

Strafen: EHV 16 + 10 (Löffler)   ERV 34 + 10 (H. Albrecht)

 

Zuschauer: 601